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Schulklettern aktuell

Bericht vom oberfränkischen Bezirksentscheid

Schon zum vierten Mal war am 13. April das Coburger Kletterzentrum Austragungsort der oberfränkischen Schulmeisterschaften im Sportklettern. Knapp 70 Kinder und Jugendliche kämpften in zwei Altersklassen um die Fahrkarte zum Landesfinale nach Rosenheim. Der, fürs Klettern und Bouldern durchaus untypische, Mannschaftsmodus sorgte für einen spannenden und abwechslungsreichen Wettkampf. Am Ende setzten sich die Coburger Teams von Ernestinum und Alexandrinum durch.

10 unterschiedliche Routen und 6 Boulder, von den Organisatoren des Coburger Alpenvereins neu geschraubt, boten den gemischt-geschlechtlichen 4er-Teams (plus 1 Ersatz) ein breites und gut abgestuftes Spektrum an Kletteraufgaben. 2 Stunden durfte sich jede Mannschaft an den Routen versuchen und 1 Stunde wurde im Team gebouldert. Das Bouldern war zum ersten Mal Bestandteil des Wettkampfs.

Beim Routenklettern differenziert die Wertung nach der Schwierigkeit. In den leichten Touren im fünften Schwierigkeitsgrad konnten fast alle Akteure punkten, während die Top-Route im Grad 8-/8 am Ende nur ein einziges Mal bezwungen wurde. Für das Maximalergebnis musste der Endgriff einer Route erreicht werden. Eine reduzierte Wertung gab es für das Halten eines definierten Bonusgriffes auf etwas 2/3tel Wandhöhe. Schüler, die noch nicht ausreichend Vorstiegserfahrung haben, konnten die Routen auch im sogenannten top rope, d.h. von oben gesichert klettern, was allerdings dann nur reduzierte Punktzahl einbrachte.

Beim Bouldern war für ein gutes Ergebnis echte Teamarbeit nötig. Mit gegenseitigem coachen, anfeuern und den richtigen Tipps mussten möglichst viele Teammitglieder zum Top gebracht werden. Die vollen 45 Punkte an einem Boulder gab es nur, wenn alle 4 Starter in den vorgegebenen 7 Minuten erfolgreich waren. Für 1 Top gab's 5, für 2 15 und für 3 30 Punkte. Ein toller und für die Kids sehr motivierender Modus.

Gerade beim Bouldern zeigte sich aber auch die große Spreizung im Leistungsniveau der Teilnehmer. Während das Team Ernestinum relativ mühelos die vollen 270 Punkte abhakte, kam die schwächste Mannschaft gerade mal auf 5 Punkte. Ein Unterschied, der einfach aufgrund der Tatsache zustande kommt, dass ein Teil der Aktiven das Klettern nicht nur in den Schulgruppen, sondern auch in den Sektionen und Hallen des Alpenvereins und teilweise auch am Naturfels betreibt. Die Teams der Coburger Gymnasien haben diesbezüglich optimale Voraussetzungen: Viele der Akteure klettern in den Fördergruppen des DAV Coburg.

In der Wettkampfklasse III (Jahrgang 2002 und jünger) siegte diesmal nicht das Ernestinum (306 Punkte), sondern etwas überraschend die Konkurrenz des benachbarten Alexandrinums mit 380 Punkten. Auf Platz 3 lag hier das WWG Bayreuth mit 277 Punkten.

Bei den Älteren, Jahrgang 99 bis 2001, war das Ernestinum, überlegen und hatte am Ende weit über 200 Punkte Vorsprung vorm dem GCE Bayreuth mit 532 Punkten.

Ganz unabhängig vom aktuellen persönlichen Leistungsniveau waren alle Schülerinnen und Schüler hochengagiert und begeistert bei der Sache. Der Zeitrahmen wurde an den meisten Stationen bis zur letzten Sekunde ausgenutzt. An vielen Stellen wurden persönliche Herausforderungen gemeistert, individuelle Bestmarken geknackt und intensiv gegen die eigene Nervosität und die Vorstiegs-Angst gekämpft.

Schulklettern boomt landes- und bundesweit. Auf der einen Seite cooler Trendsport und auf der anderen Seite eine tolle Bewegungsform für das Training von Körperspannung, Kraft und Gleichgewicht. Diese Mischung macht das Klettern hochattraktiv für Schulen und Schüler. Der Kletterhallenboom der letzten Jahre hat das seine dazu beigetragen, dass das Angebot so sprunghaft wächst.

Die Coburger Schulen und die Sektion Coburg des DAV dürfen sich hier durchaus als Vorreiter fühlen. Schon vor 6 Jahren wurde im Rahmen einer gemeinsamen Ausbildungsoffensive zahlreichen Lehrkräften die Möglichkeit zum Erwerb der nötigen Übungsleiter-Qualifikation geboten. Das Angebot wurde rege genutzt, es gibt jetzt viele 'Kletter-Lehrer' und die Coburger Halle wird praktisch täglich für den Unterricht genutzt, 11 unterschiedliche Schulgruppen sind aktuell aktiv. Sicher ein sehr gutes Beispiel für sinnvolle Kooperation von Schule und Verein im Breitensport. (Text und Bild: Bernd Leuthäusser)


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